Archiv für den Monat: Dezember 2018

Der Schützenhof in Soest in Westfalen

Helmut Delker


Meine Auswahl von Ansichtskarten vom Schützenhof, gelegen zwischen dem Westenhellweg und dem Deiringser Weg westlich des Wisbyringes, sollen Betrachterinnen und Betrachter in eine Zeit zurückversetzen, in denen das Schützenhof-Gelände noch ein Freizeitpark war und ein Anziehungspunkt für Ausflüge und Familienfeiern. Denn es gab dort große und kleine Festsäle.
So wird berichtet, dass dort Hochzeiten stattfanden, und auch Schülerinnen und Schüler der Tanzschule Motta Neyling dort Tanzkurse abhielten.
Die gesamte Anlage war in Besitz des Bürger-Schützen-Vereins, sie war als Ausflugsziel bei allen Bürgerinnen und Bürgern sehr beliebt.
So war vor dem 1. Weltkrieg im Sommer das Rudern und im Winter das Schlittschuhlaufen auf dem Teich des Schützenhofes ein beliebtes Freizeitvergnügen.


Der Inhaber des Wirtschaftsbetriebes, Carl Viering, war seiner Zeit davon überzeugt, dass sein „Restaurationsbetrieb I. Ranges inmitten einer herrlichen 64000 qm großen Parkanlage liegt und über die schönsten Schießstände Westfalens und Tennisplätze verfügt.“
Der große Schützenhofsaal war neben dem Adlersaal in der Brüderstraße der größte Saal in Soest. Er wurde bereits im ersten Kriegsmonat des 1. Weltkriegs, im August 1914, als Notlazarett eingerichtet.
Später wurde das Gelände durch die Baufirma Milke genutzt, heute stehen dort Wohnhäuser, und es haben sich Groß- und Einzelhandelsgeschäfte angesiedelt.


Als Erinnerung an vergangene Zeiten von nunmehr über hundert Jahren sind im Wohngebiet auf dem ehemaligen Schützenhofgelände historische Straßennamen vergeben worden.
Beispielhaft seien der „Pankgrafenweg“ – Schießstand,“ Auf dem Schützenhof“ und „Bürgerschützenweg“ genannt.


Quellenangabe:
Gerhard Köhn (Hrsg.): Soest in alten Bildern, Band 2: Die Soester im Kaiserreich und in der Weimarer Republik, Soest, Westfälische Verlagsbuchhandlung Mocker u. Jahn, 1986