Ausstellung: Das Kreuz von Tschernobyl und Fukushima

Am 26. April 2016 jährt sich der Super GAU von Tschernobyl zum 30sten Mal. Aus diesem Anlass findet im Rahmen der Europäischen Aktionswoche ‘Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima‘ am Sonntag, dem 24. April, um 10.30 im Schiefen Turm (Alt St. Thomae) ein Gottesdienst statt, der die Aktionswoche eröffnet.

Im Anschluss daran wird die von Dr. Benno Dalhoff, Mitglied des BUND und der Soester Briefmarkenfreunde, konzipierte Ausstellung zum Thema ‘Das Kreuz von Tschernobyl und Fukushima – Der Strich der Natur ist zerbrochen‘ von Birgit Sippel, Mitglied des Europäischen Parlaments, eröffnet.

Die Ausstellung will darauf hinweisen, dass wir niemals eine Technik verwenden dürfen, die wir nicht beherrschen. Schaut man sich die Bilder mit den menschlichen Tragödien aus Tschernobyl und Fukushima an, so wird mehr als deutlich, dass wir nur Technik nach menschlichem Maß verwenden dürfen. Tun wir das nicht, dann hat der Patient Erde nicht nur Fieber, sondern unser Blauer Planet wird langfristig zu einem grauen und menschenleeren Planeten.

Die Natur gibt seit Jahrmillionen die Form von Lebewesen auf Grund der Erbinformation vor.

Der Mensch verändert seit mehr als 100 Jahren durch Eintrag von Fremdstoffen in die Ökosysteme unseres Planeten die Konstanz der natürlichen Lebensgrundlagen. Besonders drastisch und zerstörerisch wirken sich radioaktive Strahlen auf alles Lebendige aus. So sind drei Jahre nach dem Super-GAU von Tschernobyl am 26. April 1986 einige Bäume abgestorben, andere zeigen Zwergwuchs oder explodieren zu riesigen Formen.

Am Beispiel von Blättern lässt sich die Veränderung anschaulich darstellen. Bereits 1989 – drei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl – konnte man an Eichenblättern aus der Umgebung von Tschernobyl eindeutig erkennen, dass der unbestechliche, klare Strich der Natur zerbrochen ist – in Folge des radioaktiven Fallout nach dem Super-GAU von Tschernobyl.

Blätter stehen hier stellvertretend für das Leben auf der Erde, da sie über den Vorgang der Fotosynthese erst die Voraussetzungen für das Leben auf der Erde schaffen.

Mutierte Blätter schaffen veränderte Voraussetzungen für die Fotosynthese und bedingen unter Umständen den Verlust bestimmter

Funktionen. Das kann auf Grund von verringertem Wachstum zu Problemen auf der Erde führen, wie z.B. bei der Eiche geringere Fruktifizierung (weniger, kleinere oder gar taube Eicheln). Das wiederum führt zu weniger Futter für Eicheln fressende Waldbewohner, aber möglicherweise auch zum Aussterben der mutierten Baumart mit all den Folgen für die in Zeiten der Klimaänderung überlebenswichtige CO2-Absorption.

Zur Ausstellung erscheinen der im Folgenden abgebildete, von Dr. Dalhoff entworfene und von Martin Ellerkmann, ebenfalls Mitglied der Soester Briefmarkenfreunde, grafisch gestaltete Stempel sowie ein Briefschmuckumschlag.

Sonderstempel
Sonderstempel

Auf dem Schmuckumschlag sind ein normales und drei mutierte Eichenblätter abgebildet.

Schmuckumschlag
Schmuckumschlag

Für eine Führung durch die Ausstellung steht Dr. Dalhoff von Montag bis Samstag (25. – 30. April 2016) vor- und nachmittags zur Verfügung.

Am Gedenktag selbst, am Dienstag, dem 26.04.16 gibt es im Schiefen Turm ein Sonderpostamt, das von 10.00 – 16.00 Uhr geöffnet ist.

Möglicherweise wird der WDR diese Aktion dokumentieren und senden.